Neue Extremsportarten in Büdingen PDF Drucken E-Mail
Dem Frosch aufs Maul geschaut
Dienstag, den 07. September 2010 um 20:48 Uhr

Radfahren ist out, der moderne Mensch ist Biker.
Auch mit Rollschuhfahren gibt sich schon lange Niemand mehr ab - wenn schon, dann ist man Inline-Skater.
Auch Jogging ist nicht mehr hipp und Walking ist doch was für Warmduscher. Nein – Power-Walking ist angesagt!

Selbst Skifahren kann sich das Image nur noch erlauben, wenn man höchstens 25, weiblich, blond und gut gebaut ist. Wer von den Herren was auf sich hält, ist längst zum Snowboarder geworden, sonst kriegt man im Winterurlaub garantiert nichts mehr ab, was höchstens 25, weiblich, blond und gut gebaut ist. Wer sich durch Skifahren und Snowboarden bereits die Knie ruiniert hat, steigt um auf Snowbiken (Mischung aus Fahrrad – Verzeihung: Bike – Roller und Skiern. Rechts und links klemmt man sich dann noch Snowboards unter die Füße, und ab geht’s).
Badminton, Squash oder gar Tennis – alles völlig out, beim Speedminton erreicht der Ball eine Geschwindigkeit von bis zu 290 km/h.
Wandern? Aber bitte! Trekking ist der Trend der Zeit, Eingeweihte bevorzugen Hiking.
Bergsteigen war gestern. Heute läuft man – mit dem Gesicht Richtung Boden – an einer Hauswand hinunter. Das nennt sich dann Sky-Running.


Groß im Trend ist auch Urban free flow. Hier gilt es, den umständlichsten, anstrengendsten und gefährlichsten Weg zu finden, in einer Stadt von A nach B zu kommen.

Der moderne Mensch ist fit. Fitness kostet Geld.
Glück hingegen hat, wer in Büdingen lebt, denn hier kann man all diese Sportarten wunderbar betreiben – und noch ein paar mehr. Ganz neue, unverbrauchte Extremsportarten kreieren? In Büdingen kein Problem. Die Aufgabe ist nämlich nicht, was gänzlich Neues zu erfinden, man muss das Bekannte nur an die hiesigen Gegebenheiten anpassen und entsprechend benennen. Dabei kommen dann auch Ihre alten Sportgeräte wieder zu neuen Ehren, der Rest findet sich vielleicht im Werkzeugschuppen. Hip Trendsport für wenig Geld! Ein paar Beispiele gefällig?

1. Hill-Biking
Radeln Sie doch mal die Berge rauf und runter. Nicht den Bergrücken entlang, sondern auf dem direkten Weg zur Spitze. Das ist schön gefährlich: Berg rauf fürs Herz, Berg runter für die Knochen. Ganz harte Männer lassen das Mountainbike stehen und nehmen ein 3-Gang-City-Rad. Da kann man abends beim Bier mit den Kumpels richtig angeben!

2. Power-Trekk-Skating
Berg rauf: Wandern auf Zeit (mit Nordic-Walking-Stöcken).
Berg runter: Skaten auf Schotter- oder Waldwegen (Körperhaltung wie bei Ski Alpin).
Besonderheiten: Unterholz meiden! In der Brunftzeit auf Querverkehr achten…

3. Nordic-Trekk-Snowboarding
Wie oben, aber mit Snowboard.

4. Offroad-Snowbiking
Berg rauf: Geländewagen mit four-wheel-driving und Beifahrer (der den Wagen zurückbringt)
Berg runter: Snowbike mit Erste-Hilfe-Ausrüstung
Besonderheiten: nicht erwischen lassen!

5. Steinbruch-Free-Climbing
Berg rauf: Tafelkreide
Berg runter: kommt man auf alle Fälle – auch ohne Hilfsmittel (dann geht’s sogar noch schneller).
Besonderheiten: nicht erwischen lassen. Vorher Krankenhaustagegeldversicherung und Lebensversicherungspolice überprüfen.

6. Büdingen-Free-Flow
Zum Beispiel von Büdingen über Rinderbügen nach Dudenrod, ohne einmal eine Straße oder auch nur einen vernünftigen Weg zu benutzen. Stacheldrahtzäune und Brombeerhecken geben Extrapunkte.

Das reicht Ihnen noch nicht? Sie wollen in Ihren Freizeitsport noch mehr, noch härtere, noch gefährlichere Anforderungen?! Kein Problem. Wie wäre es hiermit:

Sie kaufen/pachten einen Garten am Pfaffenwald.
Möglichst weit oben.
Möglichst steil.
Mit möglichst dichtem Baumbestand (tote Fichten wären gut!).
Mit möglichst vielen Brombeerbüschen, an Stellen, an denen sie kein Mensch gebrauchen kann.
Mitten im Wildschweingebiet und natürlich ohne Zaun drum herum.
Der Wildkräuteranteil am Rasen sollte mindestens 80% betragen.

Alle benötigten Geräte werden natürlich per pedes dorthin transportiert. Schon können sie loslegen:
Kettensägen-Massakering
Motorsägen-Cruising
Root-Pulling (deutsch: Wurzeln-Ziehen - mehr was für Intellektuelle!)
Fence-Stake-Hole-Digging (deutsch: Zaun-Pfahl-Loch-Buddeln) - eine tiefschürfende Erfahrung
Vorschlaghammer- Powerlifting (Hammerwerfen, ohne den Hammer zu werfen) mit Zaunpfählen
Extrem-Motorsensing (als Vorbereitung fürs Bergauf-Rasenmähering…)
Und das Ganze als Survival-Training (Allein unter Schweinen)
Als Belohnung gibt es dann eine Party mit BBQ als Special-Event.

Früher nannte man so was Gartenarbeit, aber damit kann man heute eben keinen Menschen mehr von der Glotzte weglocken…

01.04.2005

 

 
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