CDU verweigert Opfern der Hexenprozesse in Büdingen die Rehabilitation PDF Drucken E-Mail
Geschichte allgemein
Samstag, den 18. Juni 2011 um 16:19 Uhr

Für die jüngste Stadtverordnetenversammlung hatten die Grünen den Antrag auf Rehabilitierung der über 400 Opfer der so genannten Hexenverfolgung in Büdingen gestellt. Auf Betreiben der CDU wurde der Antrag von der Tagesordnung genommen.

 

 

Robert Preußer, Fraktionsvorsitzender der CDU, begründete die Ablehnung des Tagesordnungspunktes damit, die Stadtverordneten sollten sich um wichtige Dinge kümmern, für die Hexenverfolgung könne man sich an das Bistum Mainz oder den Papst in Rom wenden. Schon diese Aussage zeigt ein gebündeltes Maß an historischer Unkenntnis, denn die Reformation erreichte Büdingen 1543, die Hexenverfolgung begann 1562.

 

Die Hexenprozesse in Deutschland wurden auf der Grundlage der kaiserlichen Gesetzgebung durchgeführt. Die Gerichte waren ausnahmslos weltliche und nicht kirchliche Gerichte, denn nur sie durften über Leben und Tod entscheiden. So wie damals lokale politische Institutionen für die Verurteilung zuständig waren, so sind auch heute die politischen Gremien einer Stadt für die späte Rehabilitierung zuständig.

 

Seit Jahren wird in ganz Europa den Opfern der Hexenverfolgung von den Parlamenten ihre Würde zurückgegeben. Büdingen bildet eine traurige Ausnahme. Ein ausführlicher Bericht folgt.

 
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