Die milde Mathilde, Teil 2 PDF Drucken E-Mail
Dem Frosch aufs Maul geschaut
Dienstag, den 07. September 2010 um 20:53 Uhr

oder
Warum Einer der Stadt Büdingen 25.000,- € geben, aber Andere das Geld nicht haben wollen.

Erinnert Ihr Euch an Mathilde?
Da gab es einst doch eine wilde
Geschichte um ihr Häuschen, klein
das sollte bald ein Prachtbau sein

Erst gab es da noch leise Klagen
- denn Niemand wollte laute wagen –
der Bau, auf den man so versessen
der sei vielleicht nicht angemessen

Denn Jeder wusste, die Mathilde
war eine Frau von großer Milde
und besser sei ein Heim, ein kleines
als dass man habe später keines

Doch als ein großer Teil erbaut,
beim Richtfest, sagte einer laut
dass seine Stadt – das sei nicht lieb -
auf Planungskosten sitzen blieb

Denn ein Vertrag sei nicht gemacht
er hätt die Sache überdacht
und dabei leider festgestellt
dass ohne - man kein Geld erhält

Denn Jeder wusste, die Mathilde
war eine Frau von großer Milde
und wenn man richtig es bedenkt
bekam sie dieses Geld geschenkt

Ein wenig ärgerlich Gebrumm
ging da im kleinen Städtchen um:
Wo mit zwei Ellen man wohl maß
und Planungs-Rechnung glatt vergaß

„Wie kann so was vergessen gehen?“
Das konnten Viele nicht verstehen
und Mancher fragte sich dabei
ob das nicht vielleicht Absicht sei

Und Jeder wusste, die Mathilde
war eine Frau von großer Milde
doch wenn des Bürgers Unmut gärt
dies schnell an Wählerstimmen zehrt

Wollt man die Bürger nicht verleiden
konnte das SO nun ja nicht bleiben
Drum wollte man die Akten sehn
der Sache auf den Grund zu gehen

Und dabei stellte sich heraus
dass laut Beschluss vom Hohen Haus
„Doch ein Vertrag zu schließen sei“
- dass war im Mai 2002

Denn Jeder wusste, die Mathilde
war eine Frau von großer Milde
doch ein Vertrag ist ein Vertrag
auf den man sich berufen mag

Nur wurde – hieß es unumwunden –
ein solcher leider nicht gefunden
und auch ein Hinweis fand sich nicht
der für den Abschluss eines spricht

Was man jedoch dort auch nicht fand
- wie mittlerweile schon bekannt -
ist ein Vermerk, der klar ausspricht
man wolle dieses Geld hier nicht

Ein Jeder wusste, die Mathilde
war eine Frau von großer Milde
Warum hier nichts zu finden war
das ist jedoch bis heut nicht klar

Dass sich in dieser Sach nichts tat
entging leider dem Magistrat
so hatte er den festen Willen
das städt`sche Säckel aufzufüllen

Schickte vor Weihnachten03
die Rechnung, die zu zahlen sei
und wartet dann aufs liebe Geld
dass ja an allen Ecken fehlt

Ein Jeder wusste, die Mathilde
war eine Frau von großer Milde
Und ging ins Land ein halbes Jahr
die Rechnung doch noch offen war

Im Juni 2000 und 4
merkt man: das Geld ist noch nicht hier!
Drum mahnt man die Mathilde an
dass sie doch jetzt bezahlen kann

Und schickt Mathildchen auch kein Geld
vier Tage später dann erhält
der Magistrat ein Schreiben, nett
dass man gern ne`Ermäßgung hätt

Ein Jeder wusste, die Mathilde
war eine Frau von großer Milde
Jedoch, der Bauherr spürt Verdruss
er Nebenkosten zahlen muss

So fragte er nun freundlich an
Man Steuern ihm erlassen kann?
Fünf Jahre nur für Grund und Haus
dann säh sein Konto besser aus

„Die Rechnung,“ bat der gute Mann,
„erlasst mir auch, damit mir dann
nicht einfällt, dass ja kein Vertrag
mit Eurer Stadt bestehen mag.“

Ein Jeder wusste, die Mathilde
war eine Frau von großer Milde
Und Manchem, lässt sich heut erfassen,
wärs Recht, man hätts dabei belassen

Doch kam es anders - wie gesagt –
was arg Mathildchens Bauherrn plagt
So suchte er, den Weg zu finden
um das Gered zu unterbinden

Daher bot dann der gute Mann
der Stadt das Geld zu zahlen an
auf dass sie könne damit walten
… und bitteschön den Mund zu halten!

Denn Jeder wusste, die Mathilde
war eine Frau von großer Milde
jedoch die ganzen Rederein
könnten nicht gut für Image sein

Der Magistrat staunte nicht schlecht
doch kam das Geld der Stadt sehr recht
daher hat man sich rasch besonnen
das Angebot gleich angenommen

Jedoch, so einfach war das nicht
weil Einiges dagegen spricht
die Sache untern Tisch zu kehrn
sahn manche Leute gar nicht gern

Denn Jeder wusste, die Mathilde
war eine Frau von großer Milde
doch so ein tolles Angebot
macht kein Geschäftsmann ohne Not

Die Räte in den rot Gewändern
wollten ihr Votum nun nicht ändern
und forderten daher erpicht:
Einschaltung Kommunalaufsicht!

Auch grün und gelb befrackte Leute
die waren dieser Meinung, heute
sei nicht das Ende aller Tage
da käm noch mehr raus, keine Frage

Denn Jeder wusste, die Mathilde
war eine Frau von großer Milde
Doch wie die Akten solln sich mehren
dass kann ich mir jetzt nicht erklären

So mancher Rat im schwarz Gewand
sich jedoch nicht damit abfand
dass dieser Mann nun zahlen wollte
weil er das schließlich gar nicht sollte

Und fünfundzwanzig goldne Stücke
die stopften wahrlich keine Lücke
sind Kleingeld nur, so recht bedacht
schad fürs Geschrei, dass man drum macht

Denn Jeder wüsste, die Mathilde
sei eine Frau von großer Milde
Daher wolln sie partout kein Geld
das doch nur in den Haushalt fällt

Doch eine Frag blieb ungeklärt
die nun in Volkes Kopfe gärt:
Da war doch noch die große Spende
wie hoch war die denn noch am Ende?

Waren – nun wird es intressant –
die Planungskosten auch genannt
als die Entscheidung wurd gefällt
wie viel der gute Mann erhällt?

Ein Jeder wusste, die Mathilde
war eine Frau von großer Milde
Vielleicht schaut Jemand der EU
dem ganzen Treiben fröhlich zu

Jedoch, genaues weiß man nicht
Was man in jenem Städtchen spricht
ist oftmals auch sehr ungereimt
nicht jeder sagt auch, was er meint

So bleibt uns hier nur abzuwarten
denn in diesem Gerüchtegarten
blüht manchmal Wahrheit, manchmal nicht
doch irgendwann kommt sie ans Licht

Ein Jeder weiß doch, die Mathilde
war eine Frau von großer Milde
und wenn sich DA was Neues tut
steht es bald HIER, seid frohgemut

01.04.2005

 
Anzeige
Anzeige

Termine

Keine Termine