Neue Richtlinie für Betreuung an Grundschulen - Mittel werden gerechter verteilt PDF Drucken E-Mail
Soziales
Freitag, den 17. Februar 2012 um 16:41 Uhr

Wetteraukreis (pdw). Wie viele Kinder werden wie lange betreut? Das ist in knappen Worten die künftige Finanzierungsgrundlage für die Betreuungsangebote an Wetterauer Grundschulen. Nachdem der Kreistag im vergangenen Herbst seine Förderrichtlinien geändert hatte, werden diese nun im Schuljahr 2012/13 umgesetzt. Bislang galt für die Kreismittel eine Pauschale und für die Landesmittel ein Sockelbetrag plus einem bestimmten Betrag pro Grundschulkind. „Die neuen Richtlinien sind gerechter, weil sie das tatsächliche Betreuungsangebot abbilden“, sagt Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel.

 

Für die Betreuung an Grundschulen gibt es Mittel von Kreis und Land. Bislang zahlte der Kreis einen jährlichen Pauschalbetrag von 2.556 Euro pro Schule, wenn dort bis zu 29 Kinder betreut wurden. Bei mehr als 30 Kinder stieg dieser auf 5.112 Euro. Dazu kamen Gelder vom Land, die der Kreis verteilt: Ein Sockelbetrag von 2.556 Euro pro Jahr plus 14 Euro für die Gesamtzahl der Kinder an der betreffenden Grundschule.

 

Bei den Landesmitteln gibt das Kultusministerium den Kreisen freie Hand, sie nach den jeweiligen Erfordernissen vor Ort zu verteilen. “Diesen Spielraum nutzen wir mit der neuen Richtlinie um die Gelder gerecht zu verteilen“, sagt Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel. Kriterium sind die Öffnungszeiten des Betreuungsangebots: „Die Spanne geht von acht Betreuungsstunden pro Woche an der einen Schule bis zu 55 an einer anderen“, erläutert der Dezernent und fügt hinzu: „Diese Unterschiede müssen sich auch finanziell niederschlagen.“

 

Künftig gilt folgendes: 230.000 Euro ist der Kuchen von Seiten des Kreises, der auf die Betreuungsvereine jährlich verteilt wird, groß. Er wird ins Verhältnis gesetzt zur Gesamtzahl aller im Kreis und an der jeweiligen Schule betreuten Kinder. Werden weiterhin rund 2.600 Wetterauer Grundschulkinder betreut ergibt sich ein Betrag von 88 Euro pro Kind und Jahr. Der Gesamtbetrag der Landesmittel von zur Zeit rund 330.000 Euro wird verteilt auf die Anzahl der angebotenen Betreuungsstunden. „Doppelförderung ist ausgeschlossen“, macht der Schuldezernent unmissverständlich klar. „Da wir an 23 Grundschulen Ganztagsangebote finanzieren, kann in diesen Stunden in denen ein Ganztagsangebot finanziert wird kein Parallelangebot finanziert werden.“ Mit dem neuen Verteilungsschlüssel trage der Kreis dem realen Angebot Rechnung und berücksichtige einerseits die Größe der zu betreuenden Gruppen aber auch das zeitliche Angebot, sprich die schulischen Öffnungszeiten, so der Dezernent weiter.

 

Für das neue Schuljahr 2012/13 müssen die Betreuungsvereine bis zum 31. August die Anzahl der betreuten Kinder und die Öffnungszeiten melden. Erst wenn alle Meldungen eingegangen sind, können die Gelder ausbezahlt werden.

 

Zur Historie

 

Rund 60 Grundschulen gibt es im Wetteraukreis, 23 von ihnen bieten ein Ganztagsangebot nach Maß an. Die ersten vier Grundschulen begannen damit zum Schuljahr 2005/2006, nachdem das Hessische Schulgesetz zum 1. August 2004 festschrieb, dass es flächendeckend Ganztagsangebote an Schulen geben sollte. Weil das Ganztagsprogramm nicht überall angeboten werden konnte und nicht alle fünf Wochentage abdeckt, Eltern aber gerne eine Betreuung für ihre Kinder möchten, wurden Betreuungsangebote an Grundschulen eingerichtet. Hier wurden und werden die Jungen und Mädchen von den Mitarbeitern eines Betreuungsvereins oder eines anderen Trägers, zum Beispiel dem Verein Lichtblick, betreut.

 
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