Familienstadt mit Zukunft: Büdingen erhält Landesmittel für zweite Hälfte des Modellprojekts PDF Drucken E-Mail
Soziales
Freitag, den 16. März 2012 um 23:29 Uhr

Sozialminister Stefan Grüttner: „Moderne Familienpolitik kann demografische Trendwende einleiten“
Büdingen. Der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner überbrachte heute Mittel in Höhe von 2,205 Millionen Euro für die zweite Hälfte des Modellprojektes „Familienstadt mit Zukunft“ in Büdingen. Seit 2006 erprobt die Hessische Landesregierung modellhaft in Frankenberg und Büdingen, ob sich die Geburtenrate durch eine aktive Familienpolitik vor Ort erhöhen und auf diese Weise eine demographische Trendwende einleiten lässt. „Keine Entscheidung prägt das Leben junger Paare und Familien grundlegender und langfristiger als die Entscheidung für Kinder. Wer sich für Kinder entscheidet, drückt damit auch Zuversicht und Optimismus aus“, erklärte heute Sozialminister Grüttner bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids an Bürgermeister Erich Spamer.

 

Sozialminister Grüttner wies darauf hin, dass in Hessen wie in anderen Bundesländern sinkende Geburtenzahlen und eine zunehmende Zahl älterer Menschen die Bevölkerungsentwicklung prägen. Es sei bis zum Jahr 2050 mit einer Verringerung auf 5,5 Millionen Einwohner in Hessen zu rechnen, was einen Rückgang von zehn Prozent im Vergleich zum Jahr 2003 bedeute. „Dieser Bevölkerungsentwicklung bis 2050 und ihren negativen Auswirkungen müssen wir entgegentreten. Wir haben nicht zu viele alte Menschen, sondern zu wenig Kinder. Hiergegen muss etwas getan werden. Die Familienstädte mit Zukunft leisten dazu in Hessen einen wichtigen Beitrag“, erklärte Grüttner.

 

Kinder- und Familienfreundlichkeit auf kommunaler Ebene, wie sie in den Familienstädten gelebt werde, bedeute vor allem, dass Familien an der Gestaltung von Familienpolitik beteiligt sind und Einfluss darauf nehmen können, so Grüttner. Mit der Aktion „Wir sind ganz Ohr“ und der Ideenwerkstatt hat sich die Verwaltung in Büdingen direkt an die Bürgerinnen und Bürger gewandt und von Anfang an die 15 Ortsteile in die Aufgaben einer Familienstadt mit einbezogen. Die im Rahmen des Projekts in den Ortsteilen durchgeführten Aktionen wirkten sich positiv auf das Miteinander in den Ortsteilen und auf die Identifikation mit dem Wohnort aus. Beteiligt waren Aulendiebach (Generationenplatz), Calbach (Neue Calbacher Mitte), Diebach (Generationenplatz incl. Jugendprojekt), Düdelsheim (Generationenkette), Eckartshausen (Junges Eckartshausen), Lorbach (Spielplatz Hellerberg), Michelau (Mehrgenerationenplatz), Orleshausen (Generationenplatz Alter Schulhof), Rinderbügen, Rohrbach (Tischtennisplatten), Vonhausen (Naturerlebnispfad) und Wolf (Neue Mitte).

 

In der Altstadt Büdingens wurde das Familienbüro „Planet“ Zukunft eingerichtet, das als Anlaufstelle für Familien angenommen wird. Direkt nebenan befindet sich das Cafe „La Porta“, das von der Behinderteneinrichtung „Rauher Berg“ betrieben wird. „In Büdingen können neue Ideen und Projekte zur Familienfreundlichkeit getestet und mit einem breiten Konsens in der Bevölkerung realisiert werden“, lobte der Minister.

 

Hintergrund: Ziel des 2005 gestarteten Modellversuchs „Familienstadt mit Zukunft“ ist es, die Wirkung einzelner familienpolitischer Maßnahmen auf das Klima zur Gründung von Familien sowie auf das generative Verhalten der Wohnbevölkerung zu untersuchen. In Hessen gibt es zwei Standorte für das Modellprojekt: die Stadt Büdingen (Wetteraukreis) und die Stadt Frankenberg (Kreis Waldeck-Frankenberg). Das Land Hessen fördert das Gesamtprojekt mit bis zu 10 Millionen Euro. Das Modellprojekt „Familienstadt mit Zukunft“ hat eine Laufzeit von zehn Jahren.

 
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