Die Büdinger Nixe PDF Drucken E-Mail
Dem Frosch aufs Maul geschaut
Dienstag, den 07. September 2010 um 20:57 Uhr

oder
Wie die Büdinger zu einer neuen Brücke kamen und warum sie sie nun nicht mehr los werden...


Es war einmal vor langer Zeit
drei Tage hatte es geschneit
dann kam der Regen immerzu
der Seemenbach stieg an im Nu

Auch stieg das Wasser in den Straßen
in Kellern und in kleinen Gassen
verloren ward manch Hab und Gut
verloren schnell auch Kraft und Mut

Ein Mancher ging, voll Angst und Bang
die ganze Nacht am Bach entlang
Ein Mancher trug aus seinem Haus
bis in die Früh den Seem`bach raus

Das Wasser doch, im Sauseschritt
riss Bäum, Gesträuch und Unrat mit
nahm mit, was immer auch im Weg
und warf es gegen Damm und Steg

Doch dann erstarb der Wolkenguss
- der Seemenbach war längst ein Fluss -
das Wasser zog sich schnell zurück
man war sich einig: Welch ein Glück

Doch schnell begann der Katzenjammer
ob Pferdebrück, ob Bad, ob Hammer
das Wasser hatte doch gesiegt
und jede Brück was abgekriegt

Am schlimmsten ging’s der Lohstegbrücke
da tat sich auf so manche Lücke
und sehr schnell wurde festgestellt
das diese nicht mehr lange hält

Die Brücke ward darob gesperrt
Der Durchgang Jedermann verwehrt
was so, das war wohl jedem klar
ein unhaltbarer Zustand war

Ein Büdinger stand da am Fluss
und starrt ins Wasser voll Verdruss
als eine Nixe, wunderschön
am Seem`bachufer ward gesehn

Er rief sie an „Oh, bitte bleib,
so hilf uns doch, Du holdes Weib.
Wir brauchen hier, an dieser Stelle
ganz rasch ein neues Holzgestelle.

Denn bis die alte Lohstegbrück
erneuert ist, ganz Stück für Stück
da braucht es sicher seine Zeit
und außenrum der Weg ist weit.“

Die Nixe sah den Büdinger an
und dachte sich: Der arme Mann.
Doch geb ich ihm die Brücke fein,
so soll es mein Verlust nicht sein.

„Den Steg, so denn, den bau ich dir
aus Holz und Eisen – eine Zier.
Hat er erfüllt dann seinen Zweck
so nehm ich ihn auch wieder weg.

So hab mein Wort, bald steht er hier
Doch geben sollst du mir dafür
gar feine Taler jedes Mal
aus reinem Gold - drei an der Zahl.“

Dem Büdinger tat wohl das Geld wohl wehe
doch, dass der Brückenbau geschehe,
ging er auf diesen Vorschlag ein
und freudestrahlend kehrt er heim

Und als das Werk dann war vollbracht
der Holzsteg stand in voller Pracht
so zahlte er an diese Nixe
sechs Taler aus der städtschen Büchse

Dann wurd der Lohsteg hergerichtet,
gerückt, verputzt und abgedichtet,
Und daher war der kleine Steg
nun Jedermann nur noch im Weg

Jedoch, die Nixe ward verschwunden
sie ging, so heißt es unumwunden
den Bach hinab mit leisem Lied
wie es so mancherorts geschieht
Dem Büdinger ist das Herz gar schwer
Die Nixe gibt es nimmermehr
drei goldne Taler – ohne Frage
warn` Lehrgeld dieser alten Sage.

01.02.2005

 
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