Landrat Arnold: Vogelbrutgebiete von europaweiter Bedeutung in der Wetterau nun zeitweise geschützt PDF Drucken E-Mail
Umwelt allgemein
Freitag, den 29. März 2013 um 15:21 Uhr

Wetteraukreis (pdw). Die Wetterau mit ihren wertvollen Feuchtgebieten spielt eine besonders Rolle bei der Sicherung der letzten Bestände bedrohter Arten. „Deshalb werden wir besondere Brutgebiete durch vorübergehende Betretungsverbote besonders schützen“, teilte Landrat Joachim Arnold in einer Presseerklärung mit.

Nach dem langen Winter haben sich die meisten Zugvögel wieder bei uns eingefunden. In den attraktiven Auengebieten der Wetterau beginnen die letzten Großen Brachvögel Hessens mit ihrer Partnersuche und dem Nestbau. Aber auch Kiebitze, Bekassinen, Knäkenten, Reiherenten, Graugänse, Zwergtaucher, Tüpfelsumpfhühner, Wasserrallen, Schwarzkehlchen, Rohrweihen sowie die sehr seltenen Wachtelkönige sind wieder zu sehen und zu hören. Besonders auffällig in den Auenlandschaften sind die Weißstörche, deren Bestand in den vergangenen Jahren in der Wetterau sehr stark zugenommen hat.

 

Zum Schutz dieser geschützten Vogelarten hat die Fachstelle Naturschutz und Landschaftspflege des Wetteraukreises als untere Naturschutzbehörde dreizehn Feuchtwiesengebiete mit Anordnungen zu einem vorübergehenden Betretungsverbot in der Zeit vom 15. März bis zum 30. Juni auf ca. 550 ha Fläche ausgewiesen. Diese sind:

 

Niddaaue zwischen Staden und Ober - Mockstadt

Niddaaue im Bereich der „Niederwiesen“ südlich Ilbenstadt

Niddaaue zwischen Okarben und dem Försterwald

Seemenbachaue östlich des Naturschutzgebietes „Im Rußland und in der Kuhweide bei Lindheim“

Nidderaue im Bereich der „Auwiesen von Effolderbach“

Nidderaue im Bereich „Hessel“ zwischen Stockheim und Kläranlage

Nidderaue zwischen dem Sportplatz Altenstadt und Höchst.

Horloffaue an der „Kreuzquelle“ bei Grund - Schwalheim

Horloffaue im Bereich „Stockborn“ zwischen der Horloff bei Gettenau und Bingenheim

Horloffaue westlich des Horloff - Flutkanals und nord-westlich des Sportplatzes bei Leidhecken.

Horloffaue östlich des Flugplatzes Reichelsheim

Wetteraue im Bereich „Markwiesen“ zwischen Bauern-heim und Ossenheim.

Hochwasserrückhaltebecken der Ulfa im westlichen Bereich.

 

Die dreizehn Feuchtwiesengebiete stellen hessenweit bedeutende Lebens- und Rückzugsräume, besonders für die Bodenbrüter, dar. Beobachtungen der vergangenen Jahre zeigen, dass Störungen durch frei laufende Hunde, Spaziergänger, Walker, Jogger, Radfahrer sowie andere Erholungssuchende sehr oft zur Abwanderung von brutwilligen Vögeln und zu Brutverlusten führen. Durch das Fluchtverhalten der Elternvögel werden auch Küken schutzlos zurückgelassen und können schnell zu Opfern von Beutegreifern werden. „Kiebitz, Bekassine, Wachtelkönig und Großer Brachvogel stehen heute in Hessen vor dem Aussterben. Damit hat die Wetterau für den Erhalt dieser Arten eine besonders hohe Verantwortung. Nur ein konsequenter Schutz der letzten Lebensräume kann verhindern, dass diese Arten für immer aus unseren Landschaften verschwinden.“ erläutert Landrat Arnold den Grund für den zeitweisen Schutz der Brutgebiete.

 

Die Überwachung der Anordnungen übernimmt die Fachstelle Naturschutz und Landschaftspflege des Wetteraukreises und die Naturschutzwacht des Forstamtes Nidda. Bei Nichteinhaltung des Betretungsverbotes kann durch die Fachstelle ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleitet werden. Solche Zuwiderhandlungen können letztlich mit Geldbußen geahndet werden. Ausgenommen von dem Betretungsverbot ist die landwirtschaftliche Grünlandnutzung, die dem Schutz der Brutvögel dient. Standorte mit Gelegen oder mit Jungvögeln werden den Landwirten/innen mitgeteilt und geschont.

 

Der Landrat bittet alle Erholungssuchenden darum, das zeitlich befristete Betretungsverbot in den Anordnungsgebieten zum Schutz der Bodenbrüter und zur Erhaltung der Artenvielfalt in der Wetterau einzuhalten. Die Gebiete sind mit kleinen gelben Laminatschildern im Gelände gekennzeichnet. Bei allen Anordnungsgebieten sei darauf geachtet worden, dass auf den umliegenden Wegen die Naherholung möglich bleibe. „Insgesamt kann festgestellt werden, dass die seit 2007 angeordneten Betretungsverbote in der Bevölkerung akzeptiert werden, da die Störungen der Brutvögel sehr stark zurückgegangen sind. Als Naturschutzdezernent freut es mich sehr, dass die Wetterauer Bevölkerung diese Schätze vor unserer Haustür schützt.“ so Landrat Arnold abschließend.

 

Weitere Informationen erhalten sie bei der Fachstelle Natur-schutz und Landschaftspflege des Wetteraukreises unter Telefon 06031/83 - 4313 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

 

Alle Anordnungen können auf der Homepage des Wetteraukreises unter http://www.wetteraukreis.de/internet/aktuelles/Amtsblatt/ eingesehen werden.

 

 
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