Schulsozialarbeit: Betschel-Pflügel und Bürgermeister appellieren an das Land, sich an den Kosten zu beteiligen PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 11. September 2013 um 11:17 Uhr

Wetteraukreis (pdw). Im Juli votierte der Kreistag einstimmig für die Weiterführung des Modellprojekts Schulsozialarbeit an den Standorten Friedberg, Büdingen und Gedern-Hirzenhain. Die Finanzierung aus den Mitteln des Bundesprogramms Bildungs- und Teilhabe läuft aus, nun sind die Kooperationspartner gefragt. Im Gegensatz zum Land signalisieren Kreis und Bürgermeister eine finanzielle Beteiligung. Gemeinsam mit den Bürgermeistern von Gedern und Hirzenhain, appelliert Sozialdezernent Betschel-Pflügel eindringlich an die Kultusministerin, sich ebenfalls zu beteiligen und die Voraussetzungen zu schaffen damit die Schulen aus den 104 Prozent Stellenzuweisung finanzielle Mittel für Schulsozialarbeit nehmen können.

 

„Dass Schulsozialarbeit ein wichtiger Teil im pädagogischen Alltag der Schulen ist und zum pädagogischen Auftrag gehört, ist unbestritten“, sagt Sozialdezernent Helmut Betschel-Pflügel. Aus Mitteln des Bildungs- und Teilhabepakets (BuT) kamen vier Schulstandorte in den Genuss von Schulsozialarbeit: Friedberg, Büdingen, Gedern und Hirzenhain. Während der Bund sich nun aus der Finanzierung zurückzieht, verweigert das Land, diese zu übernehmen. Weil eine gute Arbeit nicht einfach wieder eingestellt werden soll, griff der Kreistag mit seinem Beschluss vom Juli den Vorschlag des früheren hessischen Ministers Jürgen Banzer auf. Konkret: die Kosten würden pragmatisch gedrittelt, das heißt zu je einem Drittel auf Kreis, Kommune und Land verteilt.

 

„Das Schulgesetz sagt ganz deutlich, dass die Bereitstellung von pädagogischen Fachkräften alleine Sache des Kultusministerium ist“, stellt Sozialdezernent Betschel-Pflügel unmissverständlich klar. „Wenn die kommunale Seite nun eine Drittel-finanzierung anbietet, kommt sie der Landesregierung schon sehr entgegen.“

 

Das Gemeindeparlament Hirzenhain hat sich bereits eindeutig für die Fortsetzung der Schulsozialarbeit an der Hugo-Buderus-Schule ausgesprochen. „Das stand für uns nie in Frage, denn der Bedarf ist unbestritten“, betont Bürgermeister Freddy Kammer. Und das sieht auch sein Gederner Amtskollege Klaus Bechthold so. Eine Beteiligung an der Drittelfinanzierung hat auch Büdingens Bürgermeister Spamer signalisiert. Gespräche mit dem Bürgermeister von Friedberg, Mi-chael Keller, sowie dem Ersten Stadtrat Peter Ziebarth wurden geführt, das Ergebnis ist noch offen.

 

Während Kreis und Kommunen Ihre Arbeit tun herrscht beim Land Funkstille. Betschel-Pflügel appelliert deshalb eindringlich an das Land und an die Kultusministerin, sich noch vor der Landtagswahl eindeutig zur Verantwortung zu bekennen und die Drittelfinanzierung für Schulsozialarbeit aus Landesmitteln möglich zu machen.

 

 
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