Potenzielle Flächen für Windräder – Pläne liegen aus – Landrat Arnold begrüßt breite Bürgerbeteiligung PDF Drucken E-Mail
Umwelt allgemein
Mittwoch, den 26. Februar 2014 um 13:03 Uhr

Wetteraukreis (pdw). Bis zum Jahr 2050 sollen in Hessen möglichst 100 Prozent der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien gespeist werden. Das sieht das Hessische Energiegesetz vor, das die Landesregierung auf den Weg gebracht hat. Nach deren Planungen soll der Energiebedarf von knapp 50 Terawattstunden pro Jahr zu knapp 60 Prozent aus Windkraft, 30 Prozent Bioenergie, zehn Prozent Solar und insgesamt rund zwei Prozent aus Geothermie und Wasserkraft gespeist werden.

 

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen im Landesentwicklungsplan so genannte Windvorranggebiete ausgewiesen werden. Dafür sollen rund zwei Prozent der Landesfläche in „substanziell geeigneten Gebieten festgelegt werden“, heißt es in dem Gesetz. Jetzt hat die Regionalversammlung Süd mit dem Teilplan Erneuerbare Energien des Regionalen Raumordnungsplanes nach den Vorgaben des Landes genau solche Windvorrangflächen ermittelt. Das bedeutet, wenn diese Flächen Rechtswirkung entfalten sollten, dass auf diesen Flächen die Nutzung der Windenergie Vorrang vor entgegenstehenden Nutzungen hat.

 

„Der Bau von Windkraftanlagen ist oft mit Protesten und Widerständen verbunden. Deshalb ist es gut, dass der Regionalverband jetzt Transparenz schafft und eine breite Bürgerbeteiligung anstrebt“, unterstützt Landrat Joachim Arnold die Informationsoffensive des Regionalverbandes. „Nur mit einem breiten Konsens könne solche Anlagen zeitnah umgesetzt und die Energiewende geschafft werden.“

 

Ab sofort ist der Entwurf des Flächennutzungsplans im Dienstleistungszentrum des Friedbergers Kreishauses einzusehen. Neben dem Kartenwerk, auf dem sämtliche ermittelten Flächen für Windräder im Bereich des Regionalverbandes aufgeführt sind, gibt es einen Textteil, der beispielsweise die vom Landesgesetzgeber definierten Ausschlusskriterien und Abstände beinhaltet:

 

Zu Wohn- und gemischten Bauflächen, zu Sonderbau-flächen für Gesundheit, Kultur, Erholung und Bildung besteht ein Mindestabstandsgebot von 1.000 Metern.

 

Bei Aussiedlerhöfen und Splittersiedlungen beträgt der Abstand mindestens 600 Meter.

 

Bei gewerblichen Flächen, Grünflächen und Kleingärten sind Abstände von mindestens 300 Metern einzuhalten.

 

Zwischen 100 und 150 Meter beträgt der Mindestabstand zu Straßen und Bahnlinien, je nach Größe.

 

Die so genannte harte Tabuzone von 600 Metern gilt für Bann- und Schutzwälder, für Naturschutzgebiete, Naturdenkmäler, die Kernzone Limes, Wasserschutzgebiete, für Still- und Fließgewässer sowie für Vorranggebiete für den Abbau oberflächennaher Lagerstätten.

 

Als ausreichend wird eine Entfernung von drei Kilometern zu den Anlagen der Deutschen Flugsicherung erachtet.

 

In einem Ablaufschema ist detailliert dargestellt wie die Vorranggebiete für die Windenergienutzung ermittelt wurden. Nachdem jetzt mit der Offenlage Bürgerinnen und Bürger, Investoren, Kommunen und Naturschützer sich äußern können, wird eine Diskussion in Gang kommen, an deren Ende eine fachliche Abwägung steht.

 

Dann werden die Vorranggebiete für die Windenergienutzung im Entwurf vorgestellt und Träger öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit erneut beteiligt. Nach einer weiteren Abwägung gibt es einen abschließenden Beschluss und der Plangenehmigung stehen dann die Vorranggebiete für die Windenergienutzung mit Ausschlusswirkung fest.

 

„Ich rechne damit, dass dieser Prozess Ende des kommenden Jahres abgeschlossen ist. Ab dem Jahr 2016 dürfen dann neue Windräder nur noch auf den ausgewiesenen Flächen errichtet werden. Damit wird endlich nach über 10 Jahren eine Wildwuchs fördernde Gesetzeslücke geschlossen, die bis heute bei manchen Vorhaben zu erheblichen Unsicherheiten führt“, sagte Landrat Joachim Arnold.

 

In der Wetterau sind in folgenden Städten und Gemeinden potentielle Flächen ermittelt worden, die im Entwurf als Vorranggebiete vorgesehen sind:

 

Rosbach, Butzbach, Wölfersheim, Bad Nauheim, Friedberg, Rosbach, Rockenberg, Münzenberg, Florstadt, Karben, Büdingen, Ortenberg, Nidda, Ranstadt, Kefenrod, Hirzenhain und Gedern.

 

Die Planunterlagen sind noch bis Freitag, den 25. April 2014 während der Öffnungszeiten des Dienstleistungszentrums, montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 14 Uhr, einzusehen.

 

Die Planunterlagen sind auch im Internet einsehbar unter der Seite des Regionalverbandes Frankfurt Rhein Main www.region-frankfurt.de/Planung/Sachlicher-Teilplan-Erneuerbare-Energien

 

 
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