Geschichtswerkstatt: Die Auswanderung von 1766/67 aus der Grafschaft Ysenburg-Büdingen nach Russland PDF Drucken E-Mail
Geschichte allgemein
Montag, den 07. Dezember 2015 um 00:52 Uhr

Die Auswanderung von 1766/67 aus der Grafschaft Ysenburg-Büdingen nach Russland

Soziale und wirtschaftliche Hintergründe anhand ausgewählter Dokumente

Mit einer Namensliste der Emigranten aus der Grafschaft Ysenburg-Büdingen
Von Dr. Klaus-Peter Decker.

Im Jahre 1766 wurden Büdingen und die Grafschaft Ysenburg in ein Migrationsgeschehen hineingerissen, das im europäischen Rahmen neue bevölkerungspolitische Maßstäbe setzte. Die weitreichenden Folgen wirken bis in unsere Gegenwart. Es handelte sich um eine große Zahl von Kolonisten aus vielen Territorien des Reichs, die der Anwerbung der russischen Zarin folgten. Die Einladung, die auf Plakaten und Handzetteln in Windeseile Verbreitung fand, wurde begleitet von einer sorgfältig geplanten Werbestrategie, einer in dieser Form bisher nicht gekannten Organisation und Logistik und einer durchdachten Ansiedlungspolitik in den Steppengebieten der mittleren Wolga.

Die Geschichtswerkstatt Büdingen veröffentlichte dazu bereits 2009 das Buch „Büdingen als Sammelplatz der Auswanderung an die Wolga 1766“ von Dr. Klaus-Peter Decker. Hier wurde die Bedeutung Büdingens als einer der wichtigsten Sammelplätze der Massenauswanderung nach Russland beleuchtet.

Zur Erinnerung an das Büdinger Geschehen vor 250 Jahren bringt er in seinem neuen Werk nun eine Abfolge aussagekräftiger Quellen zum Sprechen. Die Originaldokumente aus diversen Archiven beleuchten den Unterbau der kleinen Ysenburger Territorien, die demographischen Verhältnisse, sozialen Bedingungen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Damit machen sie dem heutigen Leser das Auswanderungsgeschehen verständlicher und es werden auch Einblicke in das System der Verwaltung bis zur örtlichen Ebene und den Umgang der Behörden und Amtspersonen untereinander möglich.

Dafür wurden insgesamt 18 beispielhafte Schriftstücke und Aktenvorgänge ausgewählt. Darunter finden sich Verordnungen der Obrigkeit, um den Prozess der Auswanderung zu unterbinden oder doch in geregelte Bahnen zu lenken, Verfügungen gegen illegales „Entweichen“ und Erlasse über die Regulierung von Schulden und Ausständen. Außerdem sind Bittschriften auswanderungswilliger Untertanen mit der Schilderung ihrer prekären Lage und mehrere besonders aussagekräftige Verhörprotokolle aufgenommen worden. Einzelakten wie die des Schulmeisters Pauli aus Hellstein, Auszüge aus Büdinger „Suppliken-Protokollen“ (Bittschriften) mit der Behandlung der Abzugsgesuche, schließlich einige Beispiele aus dem Schriftverkehr mit Behörden benachbarter Herrschaftsbereiche runden das Bild ab. Eingefügt sind diese Originaldokumente in einen erklärenden Text, der u.a. die territoriale und politische Ausgangslage definiert.

Einen wichtigen Teil der Veröffentlichung bilden die Listen mit den Namen, Herkunftsorten, Berufen und Ehepartnern der 650 Auswanderer aus den Ysenburger Territorien. Sie stammen aus unterschiedlichen Quellenbeständen der Archive in Büdingen und Birstein sowie Fundstellen in der Literatur. Soweit bekannt, wird auch die Kolonie genannt, in die sie zogen. Danach folgt eine Auflistung mit den Namen von 20 neugeborenen Kindern der Auswanderer, die in Büdingen getauft wurden, ihren Eltern und Paten. Leseproben finden Sie unter http://web13.vm02.de/joomla_3/index.php/leseproben

Die Auswanderung von 1766/67 aus der Grafschaft Ysenburg-Büdingen nach Russland
Paperback, 195 Seiten, 16,00 € zuz. 2,00 € Porto
ISBN 978-3-939454-83-0

Joachim Cott
Geschichtswerkstatt Büdingen
Am Wildenstein 11
63654 Büdingen
Tel. 06042-952334
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www.geschichtswerkstatt-buedingen.de

 
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